Fragen und Antworten

Wenn einfach keine Antworten auf wichtigen Fragen unserer Produkte gefunden werden.

Hier dokumentieren wir die Fragen unserer Kunden und stellen die jeweiligen Antworten dazu.

Was ist Schnupftabak?

Schnupftabak, das ist eine fein gemahlene Mischung aus einer oder verschiedenen Tabaksorten, die durch Einziehen in die Nase genossen wird. Seit dem 17. Jahrhundert ist Schnupftabak in Europa bekannt ist. Das im Schnupftabak enthaltene Nikotin wird wird über die vorderen Nasenschleimhäute aufgenommen.

Der Schnupftabak sollte nur langsam in das Nasenloch eingesogen werden. Der Geschmack entfaltet sich im unteren Bereich der Nase. Das Grobe Einziehen bringt den Schnupftabak sonst teilweise bis in den Rachen. Was unangenehm sein kann.

Woher kommt Schnupftabak?

Schon weit vor der Einführung von Tabak in Europa wurde dieser von Mittel- und südamerikanische Kulturen verwendet. Auch gibt es Überlieferungen das hier schon Schnupftabak lange vor dessen Einführung in Europa bekannt war.

Der Mönch Romano Pane, den Kolumbus auf seiner zweiten Reise auf der Insel Haiti zurückließ, berichtete von einem seltsamen Ritual der Einheimischen. 1496 schrieb er: „Immer wenn die Könige ihre Götter um Rat fragen wegen ihrer Kriege, wegen einer Steigerung des Fruchtertrages oder wegen Not, Gesundheit und Krankheit, schnupften sie in ihren Tempeln das Kraut in ihre Nasenlöcher.

Das Pulver ist von solcher Kraft, dass es einem völlig den Verstand raubt.“ Laut Überlieferungen gab es schon im frühen 16. Jahrhundert Schnupftabakmühlen in Südamerika, zumindest im Bereich des heutigen Brasilien und Venezuela.

Warum sagt man zu Schnupftabak "Pulver der Königin" oder "poudre de la reine"?

Um 1560 wurde von Jean Nicot, dem französischer Gesandter am portugiesischen Hof, die ersten Tabakblätter und auch Tabaksaat nach Frankreich gebracht. Königin Katharina von Medici war um diese Zeit eine der ersten und berühmtesten Schnupferinnen. Die zu Pulver verarbeiteten Tabakblätter wurden von ihr gegen Kopfschmerzen und Migräne eingenommen und so sagt man auch an ihren Sohn gegeben. Dadurch wurde das Schnupfen hoffähig gemacht.

Wo und wann gab es die erste Schnupftabakfabrikation in Europa?

Laut Überlieferungen gab es um 1677 eine königliche Tabakfabrik im spanischen Sevilla. Um 1840 sollen hier in 40 Tabakmühlen mit 1700 Arbeitern bis zu 1.000 Tonnen Schnupftabak jährlich hergestellt worden sein. Nachdem in Deutschland Schnupftabake lange Zeit nur als Importware in Apotheken erhältlich waren, entstand 1733 die erste Schnupftabakfabrik in Offenbach am Main. Es ist die noch heute existierende Firma Bernard die nach wie vor nach alten Rezepturen exzellente Schnupftabake herstellt.

Wie ist das Gesundheitsrisiko durch Schnupftabak?

Nikotin ist eine Droge und kann abhängig machen unabhängig von der Form der Verabreichung, egal ob es geraucht, gekaut oder geschnupft wird. Es ist erforscht worden, dass durch einen Tabakschnupfer täglich 20 bis 60 mg Nikotin aufgenommen werden können, das heißt, ähnliche Mengen wie bei einem starken Raucher.

Die genaue Menge kann kaum vorherbestimmt werden, da sie von den jeweiligen Konsum-Gewohnheiten und -methoden abhängt. Außerdem enthält jede Marke einen anderen Anteil an Tabak und somit auch an Nikotin. Es hat schon so mancher Raucher Schnupftabak als „gesündere Alternative“ (wie z. B. auch Nikotinkaugummi, -pflaster etc.) entdeckt oder sogar das Rauchen ganz aufgegeben.

Im Gegensatz zum Rauchen von Tabak treten beim Schnupfen keine für den Konsument oder die Mitmenschen giftigen Verbrennungsprodukte (wie zum Beispiel Benzol, Teer oder Blausäure) auf. Nach aktuellen Studien ist es also wesentlich weniger gesundheitsschädlich als der Konsum von Zigaretten, kann aber zu einer Nikotinabhängigkeit vom giftigen, unter anderem blutdrucksteigernden Nikotin führen. Wenn mehr geschnupft wird, als in der Nase gespeichert werden kann, besteht die Gefahr, dass der Tabak, der noch nicht sein enthaltenes Nikotin langsam an die Nasenschleimhaut abgegeben hat, den Rachen hinunterläuft (ist durch scharfen Geschmack bemerkbar) und somit in den Magen und anschließend in den Darm gelangt.

Dies hat zur Folge, dass alles Nikotin in kurzer Zeit in die Blutbahn gelangt und somit einen sogenannten Nikotinschock auslöst. Dieser Effekt verursacht bei Menschen, die Nikotin nicht gewohnt sind, Übelkeit, Brechreiz, Schwindelgefühl und im schlimmsten Fall Bewusstlosigkeit (es wurden Fälle ab Mengen von 1 bis 5 Gramm Schnupftabak beobachtet). Über die Schädlichkeit wird diskutiert: Auf der einen Seite werben die Hersteller mit Unbedenklichkeitsstudien, auf der anderen Seite warnt das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg vor den Folgen. Hier wurden als krebsfördernde Substanzen auch Nitrosamine herausgestellt.

Wiedersprüchlich ist aber, dass in anderen Studien Ärzte des gleichen Krebsforschungszentrums Heidelberg zu anderen Erbnissen kommen. Während die Packungen einige Zeit mit dem Aufdruck „Dieses Produkt verursacht Krebs“ versehen waren, steht jetzt „Dieses Tabakerzeugnis kann Ihre Gesundheit schädigen und macht abhängig“ auf der Rückseite. Eine neue, vom Tabakhersteller Pöschl in Auftrag gegebene Studie (Süddeutsche Nasenkrebs-Studie) von Prof. Dr. Eberhard Greiser, Direktor des Bremer Instituts für Präventionsforschung und Sozialmedizin, hat ergeben, dass Schnupftabak allein kein Krebsrisiko darstellt.

Im Beirat zu dieser Studie waren ebenfalls namhafte Ärzte des Krebsforschungszentrums Heidelberg, Universitäten und des Bundeswehrkrankenhauses Ulm beteiligt. Diese Studie wird von Pöschl und anderen Herstellern zu Werbezwecken herangezogen. Bestätigt werden diese Ergebnisse inzwischen durch Studien der WHO.

Zuletzt angesehen